Kuhgeschichten unserer Schwarzwaldmilch-Bauern

Es sind überwiegend Familienbetriebe, kleine und mittlere Höfe, die uns schon seit Generationen beliefern.
Im Durchschnitt leben 40 Kühe auf einem Schwarzwaldmilch-Hof und unsere Milchbauern kennen ihre Kühe beim Namen.

Jede Kuh hat ihren ganz eigenen Charakter.

 

Unsere Weidemilch-Bauern erzählen...

Wilma vom Deisenhof

Vorderwälder Kuh Wilma vom Deisenhof in Titisee-Neustadt hat Medienerfahrung. Sie war schon im Radio, bei der SWR 1 Pfännle Tour 2016 in Hinterzarten. Die im Mai 2011 geborene Kuh, die schon sechs Kälber zur Welt gebracht hat,  war die Hauptakteurin beim Kuh-Roulette und damit der heimliche Star des Festivals. Landwirt Wolfgang Ketterer erklärt, wie ein Kuh-Roulette abläuft:  „Die Kuh grast auf einer Wiese, auf der Felder abgesteckt sind. Auf die können Mitspieler setzen. Gewonnen hat, auf wessen Feld die Kuh den ersten Kuhfladen ablegt.“ Wilma hat er für das Spiel ausgewählt, weil sie besonders gutmütig ist und sich nicht erschrecken lässt.

Lusie vom Schweizermichelhof

Eine Kuh sticht heraus unter den 40 Vorderwälderinnen auf dem Schweizermichelhof in St. Georgen. Es ist Lusie, eine rotbunte Mixkuh. Sie ist der Liebling von Bäuerin Elke Henninger, oder ist Elke eher der Liebling von Lusie? Wie dem auch sei, „wenn ich eine Kuh wäre, wäre ich wie Lusie, sie ist so eigensinnig und stur wie ich“, sagt die 36-Jährige. Wenn es nach der Weide zurück in den Stall geht, wartet Lusie schon auf Elke Henninger, lässt sich nur von ihr zurückführen. Und natürlich will Lusie auch regelmäßige Streicheleinheiten, egal ob beim Melken oder Füttern. Ohne Kraulen geht nichts.

Lisela vom Geigerbauernhof

Auch für eine Kuhherde ist es gut, wenn eine Kuh den Ton angibt. Auf dem Geigerbauernhof in Mühlenbach ist das die 12 Jahre alte Lisela. Sie ist die Leitkuh unter den 25 Milchkühen.  Die erste, die morgens aus dem Stall läuft, wenn es auf die Weide geht und die, die am Abend ganz vorne am Zaun darauf wartet, dass Landwirt Winfried Matt die Herde zum Melken zurück in den Stall bringt. „Ohne Lisela wären wir aufgeschmissen, das sehen auch die Urlaubsgäste so“, sagt Bäuerin Helen Matt, „wenn Lisela  nicht voraus marschiert, kommt der Rest der Herde nicht.“

Anabell vom Rohrenbauernhof

Für die drei Kinder von Angela und Helmut Aberle vom Rohrenbauernhof in Hornberg-Reichenbach wird Kuh Anabell immer etwas Besonderes bleiben. Sie wurde nämlich vor Jahren an einem Heiligabend geboren. Das Festessen stand schon auf dem Tisch. Doch Essen und Bescherung musste die Familie erst mal verschieben, bei Mutterkuh Wally hatte die Geburt bereits begonnen und Anabell wollte nicht warten. „Und zwei Jahre später gebar Wally wieder ein Kälbchen an Heiligabend, diesmal aber schon am Vormittag“, erinnert sich Bäuerin Angela Aberle.

Liselotte vom Schweizermichelhof

40 Vorderwälder Kühe und 35 Stück Jungvieh leben auf dem Schweizermichelhof von Elke und Manfred Henninger in St. Georgen. Als Kuh Liselotte im Dezember ein Kälbchen gebären sollte, steckte das Kälbchen fest und schien bereits tot. Bäuerin Elke, gelernte Restaurantfachfrau, gab nicht auf. Zusammen mit Mann Manfred zog sie das Tier heraus und begann sofort mit der Druckmassage. Sie räumte das Maul frei,  pustete dem Kälbchen Luft ins Maul. „Plötzlich zappelte es mit den Beinen und nach ein paar Minuten war das kleine Stierkalb völlig lebendig“, freut sich Elke Henninger. Nach acht Wochen war der kleine Stier groß und fit und wog bereits 100 Kilo.